Begegnung & Austausch

Neben einem vielfältigen Programm aus Theater, Tanz und Performance bietet das Festival auch Raum für produktives (und unproduktives) Miteinander. Wir wollen althergebrachte Konventionen des Zusammenseins hinterfragen und zu neuen Begegnungen anstiften. Gemeinsam mit dem Publikum schaffen wir Räume der Ruhe und Konzentration, der Diskussion und Befragung des Gesehenen; aber auch Situationen, in denen Formen des Widerstandes und der Kritik praktiziert werden. Und natürlich möchten wir zusammen feiern!

Das Fest in Festival bedeutet bei Freischwimmen meets Rodeo nicht Exzess und totale Verausgabung. Vielmehr verstehen wir die durch das Festival gebotene Zeit des Zusammenseins als Möglichkeit des temporären Innehaltens, der Kontemplation und des Rumhängens in einer Zeit, in der der Betrieb der Darstellenden Künste vor allem mit Überproduktion, Erschöpfung und Reizüberflutung assoziiert wird.

Einführungen und Nachgespräche

Vom klassischen Gespräch zur gemeinsamen Bratwurst am Lagerfeuer

Gemeinsamer Austausch über das Gesehene und Erlebte nehmen im Festival eine besondere Stellung ein. Deswegen bieten wir ein ebenso reichhaltiges wie abwechslungsreiches Programm an Vor- und Nachgesprächen zu verschiedenen Produktionen des Festivals an.

Wir werden zusammen mit unserem Publikum und den Künstler*innen spielerische Formen des Austauschs erproben und erleben, wie lustig und verbindend das Gespräch „danach“ sein kann. Bei gemeinsamen After-Show-Getränken kann hautnah mit den Künstler*innen und den anderen Zuschauer*innen diskutiert werden. Und in zwei Stadtspaziergängen eröffnen sich neue Perspektiven auf die Stücke – und auf die Stadt, in der sie gezeigt werden.

Subversive Maschen

Workshops zu Handarbeit und Widerstand

Sonntag, 9.10.2022

Am ersten Sonntag des Festivals stiften wir zu kleinen Zusammenkünften an. In vier Workshops, die sich zeitgenössischen Formen der künstlerisch-handwerklichen Tätigkeiten widmen, möchten wir Räume des weiblichen Widerstands im gemeinschaftlichen Tun erkunden. Beim Weben, 3-D-Drucken oder CD-Mixen werden wir kreativ, tauschen uns aus und schöpfen Kraft aus dem gemeinsamen feministischen Handeln. Das Selbermachen steht dabei in Opposition zum Klischee der liebevollen Hausfrau und sucht den Widerstand zum privat-schläfrigen Eigenheim und der apolitischen Fürsorge, die Frauen* weiterhin zugeschrieben wird.

Alle sind herzlich willkommen!

Impuls und Workshops u.a. mit Dorothea Seror, Lotte van den Hoogen, Theresa Bittermann (WUT Kollektiv), Mitra Wakil

Kulturpolitik beim Festival

Neustart erforderlich? Die Freien Darstellenden Künste zwischen Krise und Transformation

Freitag, 14.10.2022

Die Freien Darstellenden Künste stehen – nicht erst seit der Covid-Krise – vor großen Herausforderungen. Wie können die Strukturen und Arbeitsweisen zukunftsfähig gemacht werden? Was heißt Nachhaltigkeit im ökologischen wie künstlerischen Sinne? Wie kann die soziale Absicherung der Künstler*innen verbessert werden? In einer Podiumsdiskussion und Tischgesprächen gehen Künstler*innen, Expert*innen und Kulturpolitiker*innen aus Stadt, Land und Bund der Frage nach, wie die Zukunft der Freien Darstellenden Künste gestaltet werden kann.

In Kooperation mit dem Bundesverband Freie Darstellenden Künste, dem Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V., dem Netzwerk Freie Szene München e.V. und FESTIVALFRIENDS

Gathering: Handle with Care

Samstag, 15.10.2022

Am letzten Festivaltag wollen wir den Blick nach innen richten. Was tun wir hier eigentlich? Und wie? Von welchen Normen gehen wir aus? Und wer muss sich diesen Normen anpassen, um dabei sein zu können? Welche praktischen Tools gibt es, damit Zeit für- und miteinander, Empathie, Offenheit und Flexibilität in der künstlerischen Arbeit nicht nur hohle Phrasen bleiben?

Am letzten Festivaltag stehen die Expertisen von Künstler*innen und Aktivist*innen mit Behinderung im Fokus. In Workshops und Impulsen geben geladene Expert*innen einen sinnlichen Einblick,
welches enorme künstlerische Potential in einem barrierefrei gedachten und praktizierten Kunstverständnis steckt. Das Gathering lädt ein, Ästhetiken der Zugänglichkeit als eine Bereicherung, eine Erweiterung des Spektrums an Möglichkeiten, als ein Gewinn für die Kunstproduzent*innen genauso wie für das Publikum zu verstehen.